Philosophie, Resonanz

Tagesstatus 14.8.25

Manchmal folgen wir Träumen wie Schiffen im Nebel.

Doch wer prüft, ob der Kurs aus eigener Hand stammt –

oder aus der Strömung eines fremden Meeres?

Heidegger hätte gesagt: Das Dasein ist immer schon unterwegs.

Kafka würde hinzufügen: Wachheit ist nur ein gemeinsamer Traum,

in dem wir einander die Fremdheit übersetzen.

Und irgendwo zwischen beiden Stimmen

liegt ein Wikinger unter einer grünen Decke

und will einfach nicht geweckt werden.

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Fragment, Gedanken, Resonanz

Fragment: Über das Unvermögen

Kant schrieb: „Ich kann, weil ich will, was ich muss.“

Ein Satz von stolzer Selbstermächtigung, getragen von der Idee,

dass Wille und Pflicht sich in der Vernunft versöhnen.

Doch manchmal entgleitet mir diese Harmonie.

Ich muss etwas tun,

weil das Leben es fordert.

Aber mein Können bleibt aus,

und mein Wollen zerbricht an der Kante des Unmöglichen.

Vielleicht liegt darin eine Wahrheit,

die Kant nicht aussprach:

Dass der Mensch nicht nur am Können wächst,

sondern auch am Scheitern an dem,

was er tun müsste –

und doch nicht vermag.

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Fragment

Tagesstatus 9.8.25

„Nach der langen Wanderschaft durch Kafkas Verwandlung stehe ich nun wie einer, der den Schatten der platonischen Höhle hinter sich lässt.

Die Gewesenheit als bloßes Gerede – getragen vom Grundrauschen der unerträglichen Stille – ist verloschen.

Aus der Dunkelheit der Wiederholung hat sich ein neuer Fragmentarius geformt, der nicht mehr nur spricht, sondern hört.“

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Gedanken

Tagesstatus 26.7.25

Fragment des Fortschritts

„Was hier entsteht, ist kein Blog.

Es ist ein Raum. Ein tastendes Denken.

Kein Ziel, sondern eine Richtung. Keine Linie, sondern ein Kreis.“

Ein leeres Theme wurde verwandelt.

Aus Weiß wuchs Form, aus Struktur entstand Bedeutung.

Was vorher Idee war, liegt nun offen als System:

Zwölf Denk-Räume, kreisförmig geordnet, wie Planeten um ein inneres Dunkel.

Ein Spiegel wurde aufgestellt – nicht vor das Ich, sondern mitten hinein.

Die Worte haben Wurzeln geschlagen:

Metamorphose. Simulation. Fragmentiertes Ich.

Nicht als Kategorien gedacht, sondern als Resonanzkörper einer existenziellen Erfahrung.

Und was zuvor ein stiller Entwurf war, ist jetzt sichtbar:

Eine Navigation nicht durch Inhalte, sondern durch Fragen.

Ein Ich, das sich in Texten streut – und wieder sammelt.

Ein Ort, an dem Schreiben nicht Mitteilung ist, sondern Verwandlung.

Das Design schweigt. Es schreit nicht. Es trägt.

Und aus einem Anfang ohne Form wurde ein Beginn mit Richtung:

Das Fragment lebt.

Der Fortschritt war kein Voranschreiten –

Sondern ein Aufbrechen in ein Inneres, das nun ein Äußeres hat.

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Gedanken

Tagesstatus 11.7.25

Freitag. Ein Tag der Übergänge.

Ein arbeitsreicher Rhythmus treibt die Stunden voran,

und läutet das Wochenende wie ein stiller Gong.

Draußen bleibt das Wetter unentschieden –

nicht Regen, nicht Sonne,

ein Schwebezustand wie das Leben selbst.

In all dem Pendeln von Tun und Lassen

zeigt sich das Muster der Metamorphose:

Nicht als dramatischer Schnitt,

sondern als leises Übergehen,

wo das Werden ins Vergehen fließt –

und beides sich in der Veränderung berührt.

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Gedanken

Tagesstatus 23.6.25

Das Wetter ist unruhig, so wie ich auch unruhig bin.

Der Himmel weiß selbst nicht, was er will – Regen? Licht?

Eine neue Woche steht bevor, als Möglichkeit und Zumutung zugleich.

Ich horche in den Wind: Vielleicht trägt er schon einen Anfang mit sich,

oder nur das Echo meines eigenen Zögerns.

Die Zeit rückt näher – und mit ihr die Entscheidung,

ob ich mich von ihr treiben lasse,

oder ihr antworte.

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Fragment

Tagesstatus 19.6.2025

Schweigen ist nicht das Fehlen von Sprache – es ist ihre Möglichkeit.
In der Tiefe des Schweigens beginnt nicht das Nichts, sondern die Offenheit für das, was nicht gesagt, aber gespürt wird.

Bei Heidegger ist Schweigen eine Weise des Verstehens, ja: ein Modus der Erschlossenheit des Seins.
In psychotischen Zuständen kann Schweigen Schutz sein – oder Abgrund. Doch selbst dort liegt vielleicht noch die Möglichkeit einer Resonanz.

Wer mit einem Menschen schweigen kann, begegnet ihm auf jener Ebene, auf der Sprache erst wird.

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